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Forschungsbericht

2008 / 2009

Universität Mannheim

Impressum:

Herausgeber: Der Rektor der Universität Mannheim

Redaktion: Dezernat I, Elke Weiland, Tel: 0621/181-1094

Mitarbeit: Kalina Milcheva, Goce Stojanovski

Anschrift: Universität Mannheim, 68131 Mannheim

Stand: März 2010

Hinweis: Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten sind die jeweiligen Professuren, Lehrstühle und Institute verantwortlich.

Die Publikationen und Herausgeberschaften wurden der Universitätsbibliographie entnommen. Nicht alle genannten (Erst-) Autor/innen waren im Berichtszeitraum Mitarbeiter/innen der Universität Mannheim.



Inhaltsverzeichnis



Vorwort 6

1. Forschung im Überblick

    1. Forschung an der Universität Mannheim 7

1.2. Forschung an den Fakultäten 10

1.2.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
1.2.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
1.2.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
1.2.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
1.2.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
1.2.4. Philosophische Fakultät
1.2.5. Fakultät für Mathematik und Informatik


1.3. Zentrale Forschungseinrichtungen 24

1.3.1. Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
1.3.2. Otto-Selz-Institut (OSI)
1.3.3. Institut für Mittelstandsforschung (IfM)
1.3.4. Institut für Versicherungswissenschaft


2. Forschungsschwerpunkte

    1. Graduiertenkollegs 32

2.1.1. Graduiertenkolleg ";Risiko und Liquidität in Finanz-,
Güter- und Faktormärkten"; im Rahmen der Graduate
School of Economic and Social Sciences
Center for Doctoral Studies in Economics CDSE
      1. Promotionskolleg „ Formations of the Global“


2.2. Sonstige Forschungsverbünde 38

2.2.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre

2.2.1.1. Abteilung für Volkswirtschaftslehre

2.2.2. Fakultät für Mathematik und Informatik



3. Daten zur Forschung

    1. Publikationen

3.1.1. Wissenschaftliche Veröffentlichungen 41
3.1.1.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
3.1.1.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
3.1.1.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
3.1.1.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
3.1.1.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
3.1.1.4. Philosophische Fakultät
3.1.1.5. Fakultät für Mathematik und Informatik
3.1.1.6. Zentrale Forschungseinrichtungen


3.1.2. Herausgeberschaften 322
3.1.2.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
3.1.2.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
3.1.2.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
3.1.2.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
3.1.2.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
3.1.2.4. Philosophische Fakultät
3.1.2.5. Fakultät für Mathematik und Informatik
        1. Zentrale Forschungseinrichtungen

3.2. Organisation von Forschungsveranstaltungen 343

      1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
3.2.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
3.2.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
3.2.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
3.2.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
3.2.4. Philosophische Fakultät
3.2.5. Fakultät für Mathematik und Informatik
3.2.6. Zentrale Forschungseinrichtungen

3.3. Mitwirkung in Forschungsausschüssen 387

3.3.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
3.3.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
3.3.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
3.3.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
3.3.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
3.3.4. Philosophische Fakultät
3.3.5. Fakultät für Mathematik und Informatik
3.3.6. Zentrale Forschungseinrichtungen


3.4. Eigenfinanzierte Forschungsprojekte 413

3.4.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
3.4.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
3.4.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
3.4.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
3.4.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
3.4.4. Philosophische Fakultät
3.4.5. Fakultät für Mathematik und Informatik
3.4.6. Zentrale Forschungseinrichtungen




    1. Drittmittel-finanzierte Forschung 443



3.6. Nachwuchsförderung 474

3.6.1. Habilitationen
3.6.2. Promotionen


3.7. Preise und Ehrungen 477

3.7.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre
3.7.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft
3.7.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre
3.7.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
3.7.3. Fakultät für Sozialwissenschaften
3.7.4. Philosophische Fakultät
3.7.5. Fakultät für Mathematik und Informatik
3.7.6. Zentrale Forschungseinrichtungen
Vorwort

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

ich freue mich, Ihnen den Forschungsbericht 2008/2009 der Universität Mannheim vorstellen zu können.

Sie erhalten darin zum einen eine zusammenfassende Darstellung zu den Forschungsschwerpunkten und zum Forschungsprofil der Universität und deren allgemein –strategischen Entwicklung in der Forschung. Zum anderen gibt der Forschungsbericht einen Überblick über die Publikationen und Forschungsprojekte der Lehrstühle, Professuren und zentralen Forschungseinrichtungen. Diese werden ergänzt um Angaben zur Organisation von Forschungsveranstaltungen, der Mitwirkung in Forschungsausschüssen, einer Übersicht zu den für Forschungszwecke eingeworbenen Drittmitteln, zu den Promotionen und Habilitationen, zu Preisen und Ehrungen und zu Förderern der Universität Mannheim. Darin zeigt sich die Bandbreite und Vielseitigkeit der Forschungsaktivitäten und deren Erfolg auf nationaler und internationaler Ebene.

Wir haben erneut bewusst auf eine gedruckte Ausgabe verzichtet. Den Forschungsbericht finden Sie im Internet unter der Adresse http://www.uni-mannheim.de unter dem Punkt „Forschung“/“Forschungsberichte“.

Ich danke an dieser Stelle herzlich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Dekanaten und Abteilungen, an den Lehrstühlen, den Instituten, in der Universitätsbibliothek und in der Verwaltung für die Mithilfe bei der Erstellung des vorliegenden Forschungsberichtes.

Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer

Prorektorin für Forschung der Universität Mannheim

1. Forschung im Überblick

1.1. Forschung an der Universität Mannheim

Die Universität Mannheim hat seit ihrer Entstehung ein spezifisches Forschungsprofil, welches sich in ihrer Entwicklung und derzeitigen Struktur deutlich widerspiegelt. Es ist geprägt von national und international sehr anerkannten Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und deren Vernetzung mit leistungsstarken Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaft sowie Mathematik und Informatik. Die Universität Mannheim wird auch in Zukunft einerseits die Forschungsschwerpunkte in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fördern und andererseits eine interdisziplinäre Kultur im Zusammenspiel aller Fächer der Universität anstreben.

In den Jahren 2008 und 2009 lag der Schwerpunkt der Forschungsentwicklung an der Universität Mannheim in der Konsolidierung der nationalen Spitzenposition in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Trotz des knappen Scheiterns in der Exzellenzinitiative konnte der Umfang der Drittmitteleinwerbung konstant gehalten werden - mit einem Anteil von rund einem Fünftel des Gesamthaushaltes ist die Universität Mannheim auch im Vergleich mit anderen Universitäten, die ein ähnliches Fächerspektrum besitzen, sehr gut aufgestellt.

Im Nachgang zur ersten Runde der Exzellenzinitiative hat das Land Baden-Württemberg ein Förderprogramm aufgelegt, um die Antragstellung in der zweiten Ausschreibung der Exzellenzinitiative zu unterstützen, sowie die Gründung weiterer Verbundforschungsprojekte im Land voran zu treiben. Die Universität Mannheim hat sich an dieser Initiative mit großem Erfolg beteiligt:

Mit dem im Jahr 2010 begonnenen SFB 884 „The Political Economy of Reforms“ (Sprecher: Prof. Dr. Thomas König), wird es der Universität Mannheim gelingen, auf Jahre hinaus eine Spitzenstellung in der bundesweiten Forschung in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einzunehmen. Der gesellschaftliche Fokus des Sonderforschungsbereiches ermöglicht es den Forscher/innen darüber hinaus, auf viele der aktuellen Debatten der deutschen Sozialpolitik maßgeblichen Einfluss zu nehmen. Als weiteren Meilenstein der Forschungsentwicklung ist die Etablierung der Forschergruppe „Contextualized Decision Making“ im Bereich der Psychologie zu sehen (Koordination: Prof. Dr. Herbert Bless), der den Anschluss der Mannheimer Psychologen an die nationale Spitzengruppe im Bereich der Sozial- und Kognitionspsychologie markiert. Namhafte Erfolge konnten auch mit der Etablierung weiter Teile der Projekte „Pairfam“ (eine panelgestützte Langzeitstudie zur Entwicklung der Familiensituation) und „German Longitudinal Election Survey“ (eine bis 2018 angelegte mehrdimensionale Studie verschiedener Bundes- und Landtagswahlen in Deutschland) erzielt werden.

Auf der Basis dieser Erfolge wurden deutliche Anstrengungen unternommen, eine erneute Antragstellung für einen Exzellenzcluster voran zu treiben. Innerhalb des Berichtszeitraumes konnte mit Prof. Dr. Gerard J. van den Berg ein international renommierter Spitzenforscher im Bereich der Ökonometrie und der empirischen Volkswirtschaftslehre für die Universität gewonnen werden. Der Humboldt-Preisträger hat sich dazu bereit erklärt, als Koordinator des Antrags „Quantitative Empirical Inference of Causal Effects over the Life Course“ für ein Exzellenzcluster in der nächsten Runde der Exzellenzinitiative aufzutreten, eine homogene Forschungsprogrammatik zu erarbeiten und die in Mannheim fraglos vorhandene Kompetenz im Bereich der empirischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften im Hinblick auf eine erfolgreiche Antragstellung zu bündeln.

Der wissenschaftliche Nachwuchs stand während des Berichtszeitraumes im besonderen Fokus des Rektorats, konnte hier doch in der ersten Runde der Exzellenzinitiative mit der Einwerbung der Graduiertenschule Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS) ein großer Erfolg verbucht werden. Da die starke nationale und internationale Sichtbarkeit viele erstklassige Doktorandinnen und Doktoranden für Mannheim begeistern konnte, überrascht auch der hohe output dieser Institution nicht, was Veröffentlichungen, abgeschlossene Promotionen und Platzierungen in Rankings angeht. Die Universität ist überzeugt davon, mit diesen Argumenten auch die Gutachter/innen bei einem Folgeantrag in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative überzeugen zu können.

Ergänzend zu den dargestellten Forschungserfolgen galt es aber auch die sonstige Forschungslandschaft der Universität auszubauen und noch stärker wettbewerbsfähig zu machen; insbesondere mit Blick auf Initiativen für neue Schwerpunkte, die bereits vorhandene, aber bislang unverbundene Projektbereiche in den Fakultäten und Abteilungen zusammenführen und bündeln.

Das Rektorat hat als unterstützende Infrastruktur dafür Anfang 2009 einen Forschungsfonds mit einer Ausstattung von ca. 1,2 Mio Euro p. a. eingerichtet. Mit der Etablierung dieses Fonds verfolgt die Hochschulleitung die Zielsetzungen a) einer klaren inhaltlichen und finanziellen Strukturierung der Forschungsförderung, b) erfolgreiche Forschungsbemühungen zu honorieren sowie insbesondere c) den Anschub von Forschungsinitiativen zu unterstützen, zu verstärken und auch nachhaltig zu sichern.

1. Forschung im Überblick

1.2. Forschung an den Fakultäten

1.2.1. Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre

1.2.1.1. Abteilung für Rechtswissenschaft

1.2.1.2. Abteilung für Volkswirtschaftslehre

1.2.2. Fakultät für Betriebswirtschaftslehre

1.2.3. Fakultät für Sozialwissenschaften

1.2.4. Philosophische Fakultät

1.2.5. Fakultät für Mathematik und Informatik

1.2.1.

Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre

1.2.1.1.

Abteilung für Rechtswissenschaft

  1. Mission

Die Abteilung Rechtswissenschaft sieht sich in der nationalen Forschung gut positioniert. In ihrer interdisziplinären, internationalen und drittmittelorientierten Forschung hat die Abteilung in der Vergangenheit bereits durch die Einrichtung von Forschungszentren sehr gewonnen. Durch Erweiterung und Vertiefung solcher Zentren wird eine Intensivierung dieser Forschung angestrebt. Zunehmend wird die Forschungstätigkeit der Abteilung in Instituten gebündelt, an denen jeweils mehrere Lehrstühle beteiligt sind.

  1. Schwerpunkte

Zurzeit bestehen Institute für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik, für Versicherungswissenschaft, für Unternehmensrecht sowie für Transport- und Verkehrsrecht. Am Institut für Unternehmensrecht (IURUM) sind auch die Zentren für Unternehmensnachfolge sowie für Insolvenz und Sanierung (ZIS) angesiedelt, ebenso das Interdisziplinäre Zentrum für Geistiges Eigentum (IZG), das im Jahr 2008 gegründet wurde. Diese Institute und Forschungszentren sind interdisziplinär ausgerichtet.

  1. Profilbildung und wichtige Entwicklungen

Angestrebt wird für die Zukunft eine noch stärkere drittmittelorientierte und internationale Forschung im Rahmen der genannten Institute und Zentren.

Das Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik (IMGB), das gemeinsam von den Universitäten Heidelberg und Mannheim getragen wird und damit Zeichen für eine gute Zusammenarbeit zwischen zwei an sich konkurrierenden Fakultäten und Universitäten ist, nimmt schon seit Jahren eine herausragende Stellung ein; dies gilt insbesondere auch für die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln. Auch weiterhin sollen interdisziplinäre Forschungsprojekte durchgeführt werden. Besondere Aufmerksamkeit soll weiterhin dem Spannungsfeld Medizin-Recht-Ethik-Ökonomie gewidmet werden. Von Seiten des Zivilrechts werden in den kommenden Jahren vor allem folgende Themen bearbeitet werden: Fragen der Ressourcenknappheit im Gesundheitswesen einschließlich der Altersrationierung und der Organknappheit in der Transplantationsmedizin; Fragen der Kommerzialisierung des menschlichen Körpers und seiner Teile sowie der rechtlichen Fragen von Biobanken; Fragen der Fortpflanzungsmedizin einschließlich der Forschung mit Embryonen und embryonalen Stammzellen unter Einschluss patentrechtlicher Fragen; Fragen der Forschung mit Nichteinwilligungsfähigen; Fragen des ärztlichen Berufsbildes aus dem Blickwinkel von Kommerzialisierung und wunscherfüllender Medizin; Rechtsfragen medizinischer Informationssysteme. Von Seiten des Strafrechts werden weiterhin insbesondere Probleme der Abgrenzung von Kooperation und Korruption im Gesundheitswesen erforscht werden.

Das Institut für Unternehmensrecht (IURUM) beschäftigt sich im Rahmen der erwähnten Zentren drittmittelorientiert mit den Bereichen Unternehmensnachfolge, Schutz des Geistigen Eigentums sowie Insolvenz und Restrukturierung von Unternehmen; an die im vorangegangenen Bericht geschilderten Gründungsphasen konnte allenthalben erfolgreich angeknüpft werden. Auch die Kooperation mit der Fakultät für BWL in den Bereichen Bankbetriebslehre und Bankrecht (MifiD, Risiko, Anlageberatung), sowie Taxation and Accounting (Einfluss internationaler Rechnungslegungsstandards auf das deutsche Bilanz- und Gesellschaftsrecht; Unternehmensbewertung) wurde fortgesetzt, ebenso die Kooperation mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der BWL im Bereich Insolvenz (Zusammenarbeit in einem Drittmittelprojekt zum Thema „Scheitern junger Unternehmen“; derzeit Fertigstellung des Antrags für eine DFG-Forschergruppe zum Thema „Insolvenzverfahren – Interdisziplinäre Forschung zum deutschen Verfahrensmodell“). Weitere Schwerpunkte der Forschungstätigkeit sind: Europäisierung des Gesellschafts- und Unternehmensrechts; Gründungsrecht der SE; Reichweite des verbandsrechtlichen Bestandsschutzes gegenüber fehlerhaften Grundlagenänderungen; Organhaftung in der Kapitalgesellschaft; Implementierung des reformierten GmbH-Rechts; Restrukturierung notleidender Unternehmen; Auswirkungen des Kapitalmarktrechts auf das Kapitalgesellschaftsrecht; Fortschreibung des Rechts der unternehmenstragenden Personengesellschaften; Anlegerschutz auf dem Kapitalmarkt (insbes. auf schwachregulierten Märkten); deutscher und europäischer Zahlungsverkehr. Auch im Bereich des Arbeitsrechts ist eine an der Praxisrelevanz orientierte Forschung betrieben und im eingeführten „Praktikerkreis“ diskutiert worden; Schwerpunkte waren und sind die Fortentwicklung des Tarif- und Arbeitskampfrechts, die arbeitsrechtlichen Fragen der Unternehmensumstrukturierung, Corporate Governance und Mitbestimmung sowie das Thema Compliance. Im Bereich des Wettbewerbs- und Immaterialgüterrechts wurden, teilweise am neu eingerichteten Zentrum für Geistiges Eigentum, Forschungsprojekte durchgeführt zu den Themen Verwertung von Schutzrechten und immateriellen Gütern, insbesondere durch Lizenzverträge; Technologietransfer und IP-Verwertungsmanagement; technische Innovationen; Konvergenzen und Divergenzen im Recht des Geistigen Eigentums; Schutz gewerblicher Leistungen im Spannungsfeld von Kennzeichen- und Unlauterkeitsrecht. Ergänzt wird dies durch Untersuchungen zur Geschichte des Wirtschaftsrechts im 19. und 20. Jahrhundert. Seit Anfang 2008 verfügt IURUM bei Nomos über eine eigene Schriftenreihe zum Unternehmensrecht, in der bereits zahlreiche Dissertationen und Sammelbände erschienen sind.

Der ebenfalls stark sichtbare Bereich des Wirtschaftsstrafrechts soll auch außerhalb des IMGB weiterhin erfolgreich fortgeführt werden. Konkrete Forschungsvorhaben betreffen die strafrechtliche Produkthaftung, die Internationalisierung des Strafrechts der Korruption und der Untreue sowie die Straftatbestände des Umwandlungsrechts. Als weiterer langfristig bedeutsamer Forschungsschwerpunkt ist in den Berichtsjahren die Privatisierung von Aufgaben der Strafrechtspflege durch den Ausbau von Compliance und die zunehmende Selbstregulierung wirtschaftlicher Akteure hinzugetreten. Aus historischer Sicht soll dieses Programm durch ein Projekt zur Strafrechtsgeschichte der Frühen Neuzeit ergänzt werden. Ein weiterer strafrechtlicher Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Bedeutung neurobildgebender Verfahren für die Feststellung der Schuldfähigkeit, für Prognosegutachten und für die Wahrheitsermittlung (brain fingerprinting).

Aus der Perspektive des öffentlichen Rechts werden weiter wichtige Grundlagenthemen untersucht, u. a. zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten, v. a. aber solche mit wirtschaftsrechtlicher Ausrichtung, wie sie zuletzt zur „Vertraulichkeit der Internetkommunikation“ oder zu „Regulierung und Freiheit“ als rechtsphilosophische Untersuchung zu Marktversagen und Gegenmaßnahmen des Regulierungsrechts abgeschlossen worden sind. Forschungsschwerpunkte im öffentlichen Wirtschaftsrecht bleiben das öffentliche Auftragswesen (konkret u. a.: ein Projekt zum Auftraggeberbegriff), die europarechtlichen Grenzen staatlicher Subventionsgewährung für Unternehmen sowie der Rechtsrahmen für die Steuerung öffentlicher Unternehmen.

Drittmittel im Zeitverlauf (Ist-Einnahmen in €):

2009 2008 2007 2006 2005

372.453 190.019 291.159 497.850 749.447

Promotionen / Habilitationen

2004/2005: 23 / 0

2005/2006: 26 / 0

2006/2007: 28 / 0

2007/2008: 36 / 1

2008/2009: 36 / 1

2009/2010: 20/ 1

  1. Doktorandenprogramme

Spezielle Doktorandenprogramme unterhält die Abteilung zur Zeit nicht. Für ein besonderes Doktorstudium besteht wegen der ohnehin langen Ausbildungsdauer der Juristen (unter Einschluss des zweijährigen Referendariats) derzeit keine Chance auf Durchsetzung am Markt. Durch Doktorandenseminare auf Institutsebene wird jedoch sichergestellt, dass den Doktoranden ein Forum für Diskussion und Austausch zur Verfügung steht.

1.2.1.

Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre

1.2.1.2.

Abteilung für Volkswirtschaftslehre

Die Forschung an der Abteilung Volkswirtschaftslehre zeichnet sich traditionell durch ihr breites fachliches Spektrum sowie durch die Verbindung von theoretischer Modellierung, institutionenorientierter Analyse und empirischem Anwendungsbezug aus. Forschungsprojekte sind in allen Bereichen des Faches angesiedelt, von der Mikro- und Makroökonomie über die Ökonometrie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft bis zur Wirtschaftsgeschichte und Wirtschaftsgeographie. Besondere Forschungsschwerpunkte der Abteilung liegen in Spezialfeldern der theoretischen und angewandten Mikroökonomie und Ökonometrie sowie der theoretischen und empirischen Entscheidungsforschung.

Im deutschen Vergleich nimmt die Mannheimer Volkswirtschaftslehre aufgrund ihres Forschungsrenommees und der Qualität ihres Lehrangebots eine immer wieder bestätigte herausragende Stellung ein. So belegte die Abteilung in den Forschungsrankings des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) sowohl 2005 als auch 2008 Spitzenplätze.

Mehrere Mitglieder der Abteilung sind an den DFG-Schwerpunktprogrammen „Flexibilisierungspotenziale bei heterogenen Arbeitsmärkten“, „Mathematische Methoden der Zeitreihenanalyse und der digitalen Bildverarbeitung“ sowie „Institutionelle Gestaltung föderaler Systeme: Theorie und Empirie“ sowie der DFG-Forschergruppe „Heterogene Arbeit: Positive und normative Aspekte der Qualifikationsstruktur“ beteiligt. In diesem Zusammenhang ist auch das Leibniz-Forschungsnetzwerk „Nichtkognitive Fähigkeiten: Erwerb und ökonomische Konsequenzen“ zu nennen. Darüber hinaus bestehen Beteiligungen an zahlreichen europaweiten, durch die EU finanzierten Forschungsnetzwerken, beispielsweise an dem Netzwerk „The Economic Geography of Europe: Measurement, Testing and Policy Simulations”, dem RTN-Team „Corporate Governance”, dem RTN-Team „Understanding Financial Architecture” sowie dem Netzwerk „Marie Curie Training Sites“ für ENTER (European Network for Training in Economic Research).

Durch die erste Einwerbung einer Alexander von Humboldt-Professur in den Wirtschaftswissenschaften überhaupt gelang der Abteilung eine nachdrückliche Erweiterung ihres Forschungspotentials. Gestützt auf ein Fördervolumen von insgesamt 3,5 Millionen Euro, verstärkt Prof. Gerard J. van den Berg die Bereiche der empirischen Wirtschaftsforschung und Ökonometrie. Die Abteilung hat hierzu ein Center of Econometrics and Empirical Economics (CEEE) eingerichtet, das auch die internationale Sichtbarkeit der Forschung in diesen Bereichen weiter erhöhen wird.

Im Januar 2004 wurde der Sonderforschungsbereich/Transregio 15 (SFB/TR) „Governance und die Effizienz ökonomischer Systeme“ eingereichtet. Dieser von der Abteilung Volkswirtschaftslehre initiierte, bundesweit erste Transregio-SFB in den Wirtschaftswissenschaften widmet sich den Auswirkungen der Revolution in den Informations- und Kommunikationstechnologien auf nationale und internationale Märkte und Organisationen. Neben der Sprecherhochschule Mannheim (bis 2007) sind weitere Partner des Forschungsnetzwerks die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universitäten Bonn und München sowie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Im neuen SFB/TR werden insgesamt 18 Forschungsprojekte gefördert, der Förderumfang beträgt ca. 1,6 Mio Euro pro Jahr.

Herausragende Doktorand(inn)en im Fach Volkswirtschaftslehre können in das Center for Doctoral Studies in Economics (CDSE) aufgenommen werden, das Teil der durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder geförderten Graduate School of Economic and Social Sciences ist. Im Zentrum der Ausbildung steht ein strukturiertes Doktorandenstudium nach angelsächsischem Muster. Im wöchentlichen Applied Economics and Econometrics Workshop und im Theorie-Workshop können Promovenden und Habilitanden der Volkswirtschaftslehre selbst verfasste Papers einem Kreis von Wissenschaftlern der Universität Mannheim, des ZEW und anderer Universitäten präsentieren. Die Teilnahme am ebenfalls wöchentlich stattfindenden Fakultätsseminar bietet ihnen zusätzlich die Möglichkeit, internationale Forschungskontakte zu knüpfen.

1.2.2.

Fakultät für Betriebswirtschaftslehre

Die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre deckt das Gebiet der betriebswirtschaftlichen Forschung in seiner ganzen Breite ab. Ausgehend von betriebswirtschaftlichen Kerngebieten unter funktionalen Aspekten (Finanzierung, Logistik, Marketing, Organisation, Personalwesen, Rechnungswesen etc.) über branchenorientierte Gesichtspunkte (Banken, Öffentliche Unternehmen und Verwaltungen, Steuerlehre, Versicherungen etc.) hin zu betriebswirtschaftlichen Querschnittsfunktionen (Internationales Management, Corporate Finance etc.). Diese breite Aufstellung der Fakultät erlaubt Schwerpunktbildungen, in denen bestimmte betriebswirtschaftliche Kernprobleme in der Forschung konzentriert angegangen werden, ohne dass eine Zersplitterung oder gar Partikularisierung der Forschung zu befürchten wäre.

Die Forschungsfelder der Fakultät orientieren sich im Einklang mit der langfristigen Gesamtstrategie der Fakultät an international fokussierten Themen. Inhaltlich stehen im Vordergrund des Erkenntnisinteresses überwiegend verhaltensorientierte Informations- und Entscheidungsprozessfragen. Dabei ist der Entscheidungsprozess in Organisationen von zentraler Bedeutung, seien dies Unternehmen, Nonprofit- Organisationen oder staatliche Behörden und Institutionen. Die Gemeinsamkeit aller Organisationen als Untersuchungsobjekt, ist die Tatsache, dass diese den Kontext für individuelle Entscheidungsträger darstellen, welcher Entscheidungsobjekte, Entscheidungsregeln, die Verteilung von Entscheidungsrechten und die Verteilung von Ressourcen und Informationen determinieren. Die daraus resultierenden Fragestellungen werden überwiegend empirisch, aber auch analytisch mit Hilfe von normativen Ansätzen erforscht.

Die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre fühlt sich themenübergreifend dem kritischen Rationalismus im Sinne Karl Poppers verpflichtet. Hierbei stehen in den unterschiedlichen Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre verschiedene Ausprägungen im Vordergrund.

Es kommen sowohl induktiv empirische als auch deduktiv empirische Ansätze unter Einsatz anspruchsvoller multivariater Verfahren zur Anwendung. Hierbei werden sowohl großzahlige Unternehmensbefragungen als auch experimentelle Forschungsreihen durchgeführt. Bei der empirischen Hypothesentestung werden die Daten durch Befragung, durch Datenbankempirie und durch experimentelle Ansätze gewonnen.

Im Bereich der Wirtschaftsinformatik wird zudem mit Ansätzen gearbeitet, die sich unter dem Strukturellen Konzeptionalismus subsumieren lassen, wie z.B. Design Science.

Die Fakultät beteiligt sich gemeinsam mit der rechtswissenschaftlichen Abteilung an der Beantragung einer interdisziplinären Forschergruppe mit dem Titel „Insolvenzverfahren – Interdisziplinäre Forschung zum deutschen Verfahrensmodell“. Außerdem wurde die Forschungsleistung der Fakultät im Rahmen verschiedener Re-Akkreditierungen positiv gewürdigt. Das nach wie vor hohe Drittmittelaufkommen bestätigt die Praxisrelevanz der betriebswirtschaftlichen Forschung, die ihre Ausprägung auch in Forschungskooperationen mit verschiedenen Unternehmen findet.

Das Center for Doctoral Studies in Business (CDSB) bildet das organisatorische Dach der strukturierten Doktorandenausbildung in der Betriebswirtschaftslehre. Die bisher angebotenen vier spezifischen Teilprogramme in Accounting & Taxation, Finance, Management und Operations & Information Systems wurden in diesem Jahr um das Marketing-Programm ergänzt. Zu diesem Teilprogramm werden die ersten Doktoranden 2011 zugelassen werden. Damit ist das CDSB das erste und bisher einzige Doktorandenzentrum in Deutschland, welches eine strukturierte Ausbildung in allen großen Teilbereichen der BWL anbietet. Neben der Förderung der Interdisziplinarität durch die Möglichkeit des Besuchs von Veranstaltungen in den anderen Doktorandenzentren (CDSE, CDSS) ermöglicht die gewählte Kursstruktur auch die Verzahnung der Masterprogramme mit den Doktorandenprogrammen im so genannten Y-Modell. Die Zahl an Bewerbungen ist in den vergangenen vier Jahren seit Gründung der CDSB stetig gestiegen von 63 (2007) auf 305 (2010). Der Anteil ausländischer Interessenten lag in diesem Jahr bei 80 %. 17 Doktoranden begannen ihr Studium in Mannheim, darunter 8 ausländische Bewerber (5 Accounting & Taxation, 5 Finance, 3 Management, 4 Operations & Information Systems) Unter den neuen Studierenden befinden sich 7 weibliche. Insgesamt umfasst das CDSB damit 45 Doktoranden. Der Frauenanteil liegt bei 31,11 %, der Anteil an ausländischen Doktoranden bei 33,33 %. Für die internationale Sichtbarkeit der CDSB sorgten die Doktoranden durch Vorträge ihrer Forschungsarbeiten auf verschiedenen Konferenzen, z.B. IMEBE, FMA European Conference, IAREP/SABE, SPUDM 22 Conference. Die gestiegene internationale Vernetzung des CDSB zeigen die mit der Universität Tilburg im Jahr 2009 geschlossene Kooperationsvereinbarung und Forschungsaufenthalte der Doktoranden im Ausland, z.B. an der Stern School of Business, New York University oder an der Tepper School of Business, Carnegie Mellon University.

1.2.3.

Fakultät für Sozialwissenschaften

Die Fakultät für Sozialwissenschaften gehört zu einer der führenden sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland und Europa. Zahlreiche Rankings und Evaluationen in den Einzelfächern bestätigen die hervorragende Rolle der Mannheimer Sozialwissenschaften. Ziel der Forschungsaktivitäten an der Fakultät und den mit der Fakultät verbundenen Einrichtungen (Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), Otto-Selz-Institut) ist es, den Spitzenplatz in der sozialwissenschaftlichen Forschungslandschaft international weiter auszubauen. Das Markenzeichen des Forschungsprofils der drei Kernfächer der Fakultät – Politikwissenschaft, Psychologie und Soziologie – ist deren empirisch-analytische Ausrichtung und die Fokussierung auf quantitative Methoden. Das Profil des Faches Politikwissenschaft ist gekennzeichnet von einer Schwerpunktsetzung auf theoriegeleitete, empirische und vergleichende Forschung über die politischen Systeme Europas und ihre Integration. Das Fach Psychologie ist im Bereich der Forschung quantitativ-empirisch bzw. experimentell ausgerichtet und durch Schwerpunkte sowohl in den Grundlagen- als auch in den Anwendungsfächern gekennzeichnet. Die Soziologie setzt einen Forschungsschwerpunkt auf theoriegeleitete, empirische und vergleichende Forschung über die sozialen Systeme Europas.

In der Politikwissenschaft konzentrieren sichdie Mannheimer Fakultätsmitglieder insbesondere auf Prozesse des Regierens in der Europäischen Union, politische Institutionen europäischer Demokratien, Wählerverhalten, politisches Entscheidungsverhalten, Koalitionstheorien, Wandel politischer Werte, Sozialkapital sowie politische Kommunikation.

Themen der Arbeits- und Organisationspsychologie, Markt- und Werbepsychologie, Sozialpsychologie, Klinischen Psychologie, Gedächtnis- und Urteilspsychologie, Verhaltensmedizin, Stressforschung, Psychophysik und Wahrnehmung sind Schwerpunkte der Forschung im Fachbereich Psychologie.

Forschungsschwerpunkte des Fachbereichs Soziologie sind neben dem europäischen Gesellschaftsvergleich, die Migrations-, Bildungs- und Familiensoziologie, die Wirtschafs- und Organisationssoziologie, Sozialpsychologie die Analyse sozialer Ungleichheit sowie der Wohlfahrtsstaatsvergleich und die Methodenforschung zu sozialwissenschaftlichen Datenerhebungs- und Datenanalyseverfahren.

Neben Projekten zum europäischen Vergleich, der europäischen Integration sowie den interdisziplinär ausgerichteten Untersuchungen zur Rationalität insbesondere ökonomischer Entscheidungsprozesse besteht die facettenreiche Forschung an der Fakultät aus einer starken internationalen Orientierung und einer empirisch-analytische Perspektive auf Basis quantitativer Analysen.

Diese Ausrichtung ermöglichte es den Fakultätsmitgliedern, im Verbund mit den Kollegen der Mannheimer Volkswirtschaftslehre größere Verbundforschungsprojekte zu initiieren. Zum Ende des Berichtszeitraums wurde ein neuer SFB im Verbund mit der Abteilung Volkswirtschaftlehre, der SFB 884 „Die politische Ökonomie von Reformen“, von der DFG bewilligt. Insbesondere dieser Verbund unterstreicht die herausgehobene Stellung der Fakultät innerhalb der Universität und den großen Beitrag zur Bildung eines scharfen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Profils.

Weiterhin führten die Bemühungen um eine Forschergruppe im Fachbereich Psychologie noch im Dezember 2009 zum Erfolg. Die DFG bewilligte die Forschergruppe „Contextualized Decision Making: Investigating Mediators and Moderators“.

Im Berichtszeitraum wurde die Verbindung zu den Wirtschaftswissenschaften der Universität Mannheim personell weiter gestärkt und ausgebaut. Im Rahmen des Profilbildungsprozesses der Universität Mannheim erhielt die Fakultät für Sozialwissenschaften die Zuweisung von drei zusätzlichen Professuren. Schon zwei der als „Brückenprofessuren“ zur Volks- und Betriebswirtschaftslehre zugesagten Professuren konnten berufen und eingerichtet werden. Zum einen handelt es sich um die Professur Political Economy im Fachbereich Politikwissenschaft und zum anderen um die Professur Wirtschafts- und Organisationssoziologie des Fachbereiches Soziologie. Im dritten Fall, der Professur Markt- und Werbepsychologie, waren die Berufungsverhandlungen 2009 erfolgreich abgeschlossen worden, die Besetzung wird im Jahr 2010 erfolgen. Die enge Verzahnung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist somit langfristig institutionell gefestigt.

Auch innerhalb der Fakultät wurde die Verzahnung weiterentwickelt. Eine Professur für Politische Psychologie, die eine Brücke zwischen der Politikwissenschaft und der Psychologie schlagen soll, ist seit 2008 in Planung. Bei positiver Zusage der Mittel aus der dritten Tranche des Ausbauprogramms Hochschule 2012 werden die weiteren konkreten Schritte folgen.

Die Doktorandenausbildung der Fakultät für Sozialwissenschaften folgt ebenso dem Prinzip der verstärkten inneruniversitären Kooperation. Die Einrichtung des Centers for Doctoral Studies in Social and Behavioral Sciences (CDSS) als eine der drei Säulen der Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS) ermöglicht eine strukturierte Doktorandenausbildung. Durch die fundierte Ausbildung in sozialwissenschaftlichen Methoden und die gute Betreuungsrelation ist die GESS von Beginn an mit ausgezeichneten Forschungseinrichtungen im angelsächsischen Raum vergleichbar.

1.2.4.

Philosophische Fakultät

Die Fächer der Philosophischen Fakultät zeichnen sich in der Forschung durch disziplinenübergreifende Forschungsprojekte sowie bundesweit herausragende Forschungsleistungen aus, wie etwa die Rankings des CHE 2007 (Forschungsranking) und 2010 (Forschung und Lehre) belegen.

In der Forschung genießt die Mannheimer Geisteswissenschaft besonders für zwei Forschungsschwerpunkte bundesweite Aufmerksamkeit: Der eine Fokus liegt auf der Untersuchung gesellschafts- und bildungspolitischer Herausforderungen in den Bereichen mehrsprachige Kommunikation, Sprachsystem und Sprachvariation sowie Spracherwerb. Hier kooperieren Mannheimer Linguisten sowie Medien– und Kommunikationswissenschaftler mit dem international renommierten Institut für Deutsche Sprache, mit dem die Universität auch institutionell (u. a. durch gemeinsame Berufungsverfahren) eng verbunden ist. Die interdisziplinären linguistischen Forschungsaktivitäten in den Bereichen Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit und Spracherwerb wurden bislang von der 2003 gegründeten Forschungs- und Kontaktstelle Mehrsprachigkeit koordiniert und unterstützt. Diese wurde 2009 überführt in das Mannheimer Zentrum für Empirische Mehrsprachigkeitsforschung (MAZEM). Das Zentrum leistet Wissenstransfer aus der sprachwissenschaftlichen Forschung in die Praxis in Form von wissenschaftlichen Evaluationen, Sprachstandstestungen, Sprachförderprojekten, Vorträgen und Weiterbildungsveranstaltungen für ErzieherInnen und LehrerInnen sowie der Beratung von Projektpartnern in diesen Bereichen.

Zum HWS 2009 wurde darüber hinaus der M.A. „Sprache und Kommunikation“ eingeführt, der in Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache und Linguisten aus der Anglistik, Germanistik und Romanistik durchgeführt wird. Der Studiengang ist auf die etablierten linguistischen Forschungsschwerpunkte hin ausgerichtet, um Master- und Promotionsstudium noch stärker zu vernetzen.

Der andere profilbildende Forschungsschwerpunkt der Fakultät liegt auf der kulturwissenschaftlichen Analyse von Modernisierungs- und Globalisierungsprozessen. Das laufende Promotionskolleg „Formations of the Global: Globalisierung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive“ hat nationale und internationale Mitglieder und ist in gleicher Weise als Mannheimer Schwerpunkt kulturwissenschaftlicher Forschung bekannt. Die leitenden Begriffe „Welterfahrungen - Weltentwürfe - Weltöffentlichkeiten"; umfassen die sozialen, politischen und ökonomischen Mechanismen und Akteure grenzüberschreitender Identitäts- und Gruppenbildungen. Entsprechend dem Profil der Universität Mannheim gibt es eine enge Zusammenarbeit der Fächer der Philosophischen Fakultät, insbesondere der Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Geschichtswissenschaft und der Literaturwissenschaften, mit den Wirtschafts-, Sozial- und den Rechtswissenschaften. In Lehrveranstaltungen, Vorträgen und (z.T. von den Doktoranden selbst organisierten) Kolloquien werden einzelne Aspekte der Globalisierung in kulturwissenschaftlicher und interdisziplinärer Hinsicht untersucht sowie eine theoretisch anspruchsvolle und zugleich anwendbare Konzeption der Globalisierung erarbeitet.

Im Berichtszeitraum konnte das interdisziplinäre Promotionskolleg erneut Stipendien ausschreiben. Das Promotionskolleg dient dabei zunehmend als Forschungsplattform, auf der sich die Promovierenden des Kollegs, Mitarbeiter der Fakultät und die etablierten Wissenschaftler aus den drei Kerndisziplinen der Geschichts-, der Literatur- und der Medien- und Kommunikationswissenschaft vernetzen. Darüber hinaus sind die zum HWS 2009 eingeführten neuen Masterstudiengänge in Geschichte und der fachübergreifend konzipierte M.A. „Kultur im Prozess der Moderne: Literatur und Medien“ auf den etablierten Forschungsschwerpunkt Modernisierungs- und Globalisierungsprozesse hin ausgerichtet, um Master- und Promotionsstudium entsprechend des spezifischen Profils der Mannheimer Geisteswissenschaften noch stärker zu vernetzen.

Für alle Doktoranden, die nicht dem Promotionskolleg angehören oder mit diesem assoziiert sind, sieht die seit dem 19.02.2003 gültige neue Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät ein strukturiertes, interdisziplinäres Doktorandenstudium vor, im dem sämtliche Fächer der Philosophischen Fakultät vertreten sind.

Über die beiden Schwerpunkte Sprachwissenschaft und kulturwissenschaftliche Globalisierungsforschung hinaus bestehen weitere Forschungszusammenhänge. Die existierenden Forschungsschwerpunkte in der Medien- und Kommunikationswissenschaft haben sich durch den Ausbau des Faches verstärkt und ergänzt. Der Lehr- und Forschungsbereich Medienproduktanalyse/Medienrealität integriert qualitative und quantitative Vorgehensweisen. So liegt ein Akzent auf der kulturwissenschaftlich und kommunikationssoziologisch fundierten Mediengattungs- und –produktanalyse, insbesondere der audiovisuellen Medien Fernsehen, Internet und Film. Darüber hinaus werden komplexe Verfahren der sozialwissenschaftlich fundierten, standardisierten und quantifizierenden Medieninhaltsanalyse verwendet, durch die insbesondere mediale Framingprozesse analysiert werden.

Der zweite Schwerpunktbereich der Mannheimer MKW, Mediale Lebenswelten/Medienwirkungen, analysiert die Aneignung medialer Angebote im Kontext der Lebenswelt von Rezipienten und der damit verbundenen Prozesse der Bedeutungskonstruktion auf Nutzerseite. Darüber hinaus untersucht die Forschung am Seminar in der Tradition des Medienwirkungsparadigmas Prozesse der Einwirkung medialer Produkte auf individuelle Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen.

Die Analyse medialer Kommunikation in einem über die Grenzen nationaler Gesellschaften und ortsgebundener Kulturen hinausreichenden Kontext bildet den dritten Themenschwerpunkt der Forschung am Seminar für MKW. Im Zentrum stehen hier einerseits länder- und kulturvergleichende Perspektiven, etwa bei der Analyse von lokalen Adaptionen globaler Medienangebote, -formate und -ereignisse. Andererseits werden genuin transnationale und transkulturelle Prozesse der medialen Kommunikation untersucht, etwa Medien mit genuin grenzüberschreitenden Zielgruppen und Prozesse des globalen kulturellen Wandels

Das Historische Institut der Universität Mannheim lehrt und forscht zur europäischen Kultur-, Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart mit Schwerpunkt auf Themen der Neueren und Neuesten Geschichte. Das fakultätsübergreifende Institut hat seine bestehende Vernetzung mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte in der Abteilung Volkswirtschaftslehre auch durch die Aufnahme des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Rhetorik und Europäische Rechtsgeschichte sowie des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte als Mitglieder ergänzt.

Das bestehende Forschungsprofil der Philosophie – insbesondere Philosophie der Neuzeit, britischer Empirismus, Aufklärung sowie allgemeine und angewandte Ethik, analytische Philosophie und Handlungstheorie – wurde 2009 durch die Einrichtung der Professur Wirtschaftsethik/Philosophie um zentrale wirtschafts- und klimaethische Fragen erweitert.

1.2.5.

Fakultät für Mathematik und Informatik

Mission

Es ist das Ziel der Fakultät für Mathematik und Informatik, sich auch in der Forschung auf den wirtschaftsbezogenen Gebieten ihrer Fächer weiter zu profilieren.

Im Berichtszeitraum erfolgte die Besetzung des Lehrstuhls für Wirtschaftsmathematik I, der sich mit wirtschaftlichen Anwendungen aus Sicht der mathematischen Forschung beschäftigt. In der Lehre wird die neue Ausrichtung abgebildet durch die sehr erfolgreiche Einrichtung des Studiengangs B.Sc. Wirtschaftsmathematik, auf den im Jahre 2011 ein M.Sc. Wirtschaftsmathematik aufgesetzt werden soll.

Die Informatik hat sich ebenfalls in Richtung wirtschaftsnäherer Fächer umorientiert. Dies zeigt sich beispielsweise in der außerordentlich erfolgreichen Einwerbung von drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten mit Bezug zur Wirtschaft.

Schwerpunkte und Profilbildung

Gemäß der strategischen Zielsetzung wurden am Institut für Mathematik die Bereiche Finanz- und Ver­sicherungs­mathe­matik weiter ausgebaut. Die Besetzung einer weiteren Professur in wirtschaftsnaher Mathematik ist für 2011 geplant. Darüber hinaus wurden die Forschungsgebiete Algebra, Differentialgleichungen, Geome­trie, mathematische Numerik, Stochastik, Simu­lation sowie die interdisziplinären Forschungsschwerpunkte Integrable Systems sowie Data Safety and Security fort geführt.

Im Jahre 2008 wurde das Zentrum für Wirtschaftsinformatik eingerichtet, das die Lehrstühle der Informatik und Wirtschaftsinformatik umfasst. Seine Zielsetzung ist die Integration der Forschungs- und Lehraktivitäten aus diesen Bereichen. An diesem Zentrum wurde ein Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik IV auf dem Gebiet der Informationssysteme neu besetzt, ein weiterer Lehrstuhl befindet sich im Berufungsverfahren. Im Berichtszeitraum wurden ebenfalls Juniorprofessuren neu eingerichtet und erfolgreich besetzt.

Am Institut für Informatik konzentriert sich die Forschung auf die Gebiete der Praktischen Informatik, ins­besondere Datenbanken, Wissensmanagement, Rechnernetze, IT-Sicherheit, Multimedia, Softwaretechnik sowie der Theoretischen Informatik und auf das Schnittfeld zwischen Mathematik und Informatik. Das Forschungsgebiet Softwaretechnik wird künftig im Bereich Software Engineering mit Schwerpunkt Wiederverwendung weiter vertieft. Auch das Forschungsgebiet Kryptographie wird intensiviert.

Wichtige Entwicklungen

Auf den oben genannten Forschungsgebieten wird deutschlandweit und international sichtbare Forschungsarbeit geleistet. Das zeigt sich an den ausgezeichneten Publikationserfolgen in nationalen und internationalen Journalen sowie in internationalen Konferenzbänden.

An vielen der Lehrstühle der Fakultät wurden erfolgreich Drittmittel eingeworben, vor allem im Rahmen von Normalverfahren der DFG. Darüber hinaus gibt es eine größere Zahl von lehrstuhlübergreifenden Projekten, zum Beispiel die DFG-Projekte „Mobile Business“ und „USIFES“. Auch in universitätsübergreifenden Projekten ist die Fakultät gut vertreten, beispielsweise in einer DFG-Forschergruppe mit der TU Darmstadt und in zwei Baden-Württembergischen Forschungsprojekten im Rahmen von BW-FIT. Weiterhin gibt es zwei europäische Kooperationsprojekte. Außerdem konnte eine fächerübergreifende Forschungskooperation im Bereich Logfiles für ein Honeynet gemeinsam mit einem Industriepartner ins Leben gerufen werden. Ein weiteres großes Projekt in der Informationssicherheit wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gefördert. Schließlich gibt es eine Kooperation mit einem französischen Forschungsprojekt zu Singularitäten von Differentialgleichungen.

Geplante Weiterentwicklung

Die Übertragung des B.Sc. und des M.Sc. in Wirtschaftsinformatik an die Fakultät für Mathematik und Informatik ist für 2010 geplant. Darüber hinaus soll ein konsekutiver M.Sc. in Wirtschaftsmathematik eingerichtet werden. Es ist weiterhin vorgesehen, das Lehramt im Hauptfach Informatik neu anzubieten; davon erhofft sich die Fakultät Synergieeffekte mit dem Lehramt im Hauptfach Mathematik.

Die Wiederbesetzung von frei werdenden Lehrstühlen soll sich im Einklang mit dem gültigen Struktur- und Entwicklungsplan an der neuen strategischen Ausrichtung der Fakultät orientieren.

Doktorandenprogramme

Strukturierte Doktorandenprogramme gibt es an der Fakultät für Mathematik und Informatik zurzeit nicht. Promotionen erfolgen auf traditionelle Art an den Lehrstühlen.

1. Forschung im Überblick



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